Welche Alternativen gibt es zum Page Rank?
Der von Larry Page und Sergej Brin in den 1980er Jahren entwickelte Pagerank wird zwar immer noch zur Bewertung von Webseiten eingesetzt, allerdings hat sich unter SEO-Fachleuten längst die Erkenntnis durchgesetzt, dass er als maßgebendes Kriterium manchmal eher nutzlos und bisweilen sogar irreführend ist. Backlinkverkäufer werben noch damit, vielleicht auch wegen der Popularität des Pageranks. Diese lässt sich allein schon auf seinen Namen zurückführen, den Online-Marketer automatisch mit “Rang einer Seite” assoziieren. Dabei leitet sich der Name allein vom Haupterfinder Larry Page ab.
Was tut der Pagerank, was kann er?
Er misst die Backlinks auf eine Seite, auch hinsichtlich ihrer Gewichtung. Der Algorithmus ist zwar komplex, er stammt in mathematischer Hinsicht auch nicht von Page/Brin, sondern schon aus soziologischen Forschungen der 1940er Jahre. Verkürzt dargestellt misst er die Menge von Verlinkungen auf eine Seite multipliziert mit den Gewichtungen der Backlinks, die diese wiederum von den Verlinkungen auf die Ausgangsseite haben, welche diese wiederum von den … Jeder versteht, was gemeint ist. Wenn du mich kennst und dich viele andere Leute kennen, unter denen einige selbst sehr bekannt sind, dann ist deine Bekanntschaft für mich sehr wertvoll, und irgendwie kann man das auch ausrechnen.
Inzwischen nutzt Google mindestens 200 Kriterien, um den wirklichen “Rang” einer Seite zu bestimmen, wie genau das geschieht, ist nicht bekannt. Eines steht jedoch fest: Wer sich die Mühe macht, mit einem der kostenlos zur Verfügung stehenden Tools den Pagerank der eigenen Seite zu messen und diesen mit den Ranks seiner Konkurrenz zu vergleichen, wird oftmals betrübt feststellen, dass die Konkurrenz zwar keinesfalls höher “gerankt” ist als die eigene Seite, im Gegenteil. Trotzdem steht sie weit vor einem selbst in der Suchmaschine. So ein Ärger, so eine nutzlose Kennziffer, der ganze Page/Brinsche “Rank”. Was gibt es für Alternativen?
Neue Kennziffern
SEO-Spezialisten suchen längst nach Messmethoden, die wirklich validierbare Werte liefern. Was der Wert bringen muss, ist definiert. Er muss:
-universell sein (für alle Webseiten einsetzbar)
-korrelierbar sein (mit Besucherzahlen)
-stabil und validierbar sein (realistische Vergleiche zulassen)
-öffentlich sein
Es gibt durchaus ernst zu nehmende Versuche, solche Messwerte zu installieren. Einige stecken in den Kinderschuhen, einige können schon wieder verworfen werden. Hier eine short list:
-Alexa-Rank: universell, aber nicht vertrauenswürdig
-Backlinks: nicht zu erfassen. Ein entsprechendes Tool gibt es definitiv nicht, was sehr leicht festzustellen ist, wenn man es mit zwei oder drei verschiedenen Tools versucht.
-Besucherzahlen: Selten öffentlich, zudem misst sie nicht jede Seite. Keine validierbaren Ergebnisse beim Vergleich von Seiten untereinander.
-Compete und MozRank: neu entwickelte Tools für das englischsprachige Web, die sich außerdem auf größere Seiten konzentrieren.
-Zahl der indexierter Seiten: Ist ein quantitativer, kein qualitativer Wert.
-Xovi: der Online Value Index (OVI) wird über den riesigen Datenbestand des Anbieters gemessen. Das könnte ein Ansatz sein. Dasselbe lässt sich sagen über den
-Sistrix Sichtbarkeitsindex.
Diese neu entwickelten Indizes könnten in Zukunft die geforderten Messwerte bringen, teilweise tun sie das jetzt schon. Die Skalen sind noch schwer verständlich, aber hier wird sich das Verständnis der Nutzer entwickeln. Social Media Kennzahlen sind noch jung, aber Facebook Linkes und Retweets könnten in Zukunft ebenfalls eine Rolle spielen, allerdings nicht ausschließlich. Fazit: Die Alternativen zur Pagerank-Bewertung sind in der Entwicklung, momentan “schwimmt” die Branche etwas. Für das Jahr 2012 sind ernsthafte Entwicklungen zu erwarten.
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